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Kiesel-Alge (Diatomeen)

Braun-Alge (Ascophyllum nodosum)Es gibt wohl kaum eine Pflanzengattung die so umfangreich ist wie die der Alge. Denn weltweit zählt man hier rund 40 Tausend bekannte Arten, wobei die Gesamtzahl der unterschiedlichsten Algengattungen auf rund 280.000 geschätzt wird. Dabei unterschiedet man wesentlich in die Einzelligen und die Mehrzelligen Algenformen, die dementsprechend neben unterschiedlichen Vorkommen auch wesentliche funktionelle Aufgaben und Begebenheiten nachweisen. Generell kann man diese zahlreichen Arten in fünf Kategorien unterteilen, wobei eine davon das Multitalent Kieselalge ist. Neben dieser Algenart gibt es dann noch die als Lebensmittel zählende Grünalge, die Rotalge sowie die nährstoffreiche Braunalge. Ergänzt wird dieses Quartett von der als Bakterie geltende Blaualge. All diese Algen übernehmen eine tragende Rolle im natürlichen biologischen Gleichgewicht, und sind daher sowohl für die Umwelt aber eben auch für den Menschen unentbehrlich.
 
Gerade die vielseitige Kieselalge ist daher besonders interessant, denn nur diese Algenart ist in der Lage rund 70 Prozent des Erdsauerstoffs zu produzieren. Auch unter den klingenden Namen „Diatomeen“ bekannt kann man die Kieselalge in rund 6000 verschiedenartige Formen unterteilen, die jedoch durch ein markantes Merkmal identisch anmuten. Denn die Kieselalge besitzt eine glasklare und damit durchsichtige Außenhülle, welche die Pektin Zellwand der Einzelligen Kieselalge verstärkt und schützt. In diesem Panzer findet man dann wesentliche Kieselsäureeinlagerungen, welche einen besonders bedeutenden Aspekt besitzen. Denn gerade diese Kieselsäure die sich in der Außenhülle befindet, ist ein sehr kostbares Element, dass einerseits am Anfang der Nahrungskette vieler Meeresbewohner steht aber eben auch für den Menschen unbezahlbare Ressourcen birgt. So findet Kieselsäure seit Jahrhunderten Verwendung in der kosmetischen Industrie, aber auch im Segment der Nahrungsmittel weiß man schon lange deren besonderen Gehalt als Lebensmittel effektiv einzusetzen. Des weiteren kann man an dieser Stelle noch anmerken, dass gerade Kieselalgenerde sowie auch das aus Kieselalgen gewonnene Kieselgur auch im zahnmedizinischen Bereich sowie auch im Pflanzenschutzsektor Verwendung findet. Sicherlich wird anhand dieser kurzen Beispiele die Vielseitigkeit der Kieselalge besonders deutlich.
 
Auf was basiert aber diese markante Vielseitigkeit? Nun, die Kieselalge besitzt ein produktives Erbgut, welches auf einen ausgeklügelten biologischen Aspekt beruht und sicherlich eine der „besten Launen der Natur“ war. Denn dieses natürliche System des pflanzlichen Einzellers ermöglicht es, dass die Kieselalge derartig effektiv Biomasse und Sauerstoff austauscht wie beispielsweise zahlreiche Regenwaldressorts. Damit wird sicherlich deutlich, welch gewichtige Rolle die Kieselalge in ihren natürlichen Ressourcen spielt, wobei sie je nach geographischen Vorkommen eine besonders hohe Wertigkeit besitzt. Denn in den zahlreichen Meeren dieser Welt sorgt gerade diese Algenform für einen geregelten biologischen Rhythmus, indem sie reinigt, entgiftet und auch als Nahrungsmittel dient. Daher findet man diese Jahrtausende alte Algengattung auch in jedem Gewässer, wobei sie hier allerdings entweder freischwimmend oder auch an Steinen oder Böden angewachsen vorkommt. Dabei kommt sie auch in subtropischen Biotopen ebenso vor wie in den natürlichen „Klimaanlagen“ der Welt- den Polarkreisen und der Antarktis. Hierbei ist besonders interessant, dass beispielsweise ihre Aktivität gerade in kälteren Gebieten um ein hundertfaches produktiver als in wärmeren Gefilden.
 
Dieses Phänomen der Anpassungsfähigkeit und der Produktivität ist daher auch Gegenstand zahlreicher unterschiedlicher Studien, zumal man festgestellt hat, dass die Kieselalge über einen Hornstoffzyklus verfügen. Diese Begebenheit katapultiert das Multitalent der Algen an die Spitze der zahlreichen Arten, denn dadurch ist sie in der Lage giftige Stickstoff- Wasserstoff Verbindungen abzubauen. Zudem ist sie in der Lage in ihren energiegeladenen Organquellen, den sogenannten Mitochondrien Fett zu zersetzen, was eigentlich nur eine Fähigkeit ist, die beispielsweise Säugetiere aufweisen.
 
Daher stellt sich nun die nachvollziehbare Frage, wie man als Mensch von diesem einzigartigen Star der Algen profitieren kann. Natürlich profitiert man gerade in Hinblick auf die Umwelt schon besonders von dieser Alge. Denn sicherlich ist es auch ihrem Tun zu verdanken, dass die zahlreichen Gewässer und Meere noch so reich bevölkert sind und einen wertvollen sowie unbezahlbaren Wert für uns Menschen besitzen. Aber gerade an dieser Stelle muss man auch den ernährungsspezifischen  Aspekt in Erwägung ziehen. Hierzu kann man sagen, dass gerade die Kieselalge als Lebensmittel ebenso populär ist wie auch als Bestandteil der kosmetischen Industrie. Denn gerade hier sorgt die gewonnene Kieselerde oder auch die Kieselsäure für erstaunliche Nachfrage. Sicherlich beruht diese Nachfrage und die damit entstandene Popularität darauf, dass in der Kieselerde neben gehaltvoller Kieselerde auch Silicium vorhanden ist. Dieser Stoff ist ein Spurenelement, welches in jeder menschlichen Körperzelle vorhanden ist und dort wichtige Aufgaben erfüllt. Vorrangig agiert Silicium dort, um das Hautgewebe und dessen Regeneration zu fördern oder auch um den Stoffwechsel anzukurbeln. Da jedoch der Körper Silicium nicht selbst produzieren kann, ist es naheliegend, dass man als körperbewusster Mensch darauf achtet, einen natürlichen Lieferanten für dieses essentielle Spurenelement zu finden und so für eine ausreichende Mineralversorgung zu sorgen.
 
Genau diesen Aspekt erfüllt natürlich die als Lebensmittel zählende Kieselalge. Daher findet man auch im Nahrungsmittelbereich die Kieselalge vermehrt vor, wo sie beispielsweise in zahlreichen biologischen Gewürzmischungen vorhanden ist oder auch gerne als Supplement eingenommen wird. Denn aufgrund der natürlichen Begebenheit ist die Kieselalge sowie deren inhaltlichen Stoffe in etwa mit zahlreichen anderen Naturprodukten gleichzusetzen, die ebenfalls unseren täglichen Speiseplan bevölkern. So kommt beispielsweise das genannte Silicium auch in den Oberflächen von Getreidekörner vor oder auch in Kartoffeln. Auch Zwiebeln oder rote Beete weisen eine ähnliche Konstellation auf. Daher kann man sagen, dass die Kieselalge aufgrund ihres Gehalts sicherlich individuell verträglich ist und eine wertvolle Bereicherung zur täglichen Nahrungsaufnahme ist.
 
Eine Frage die sich nun sicherlich jeder interessierte Verbraucher stellen wird ist die, wo diese verarbeiteten Kieselalgen ihren Ursprung besitzen. Hierzu kann man erläutern, dass aufgrund der zahlreichen Klimaeinflüsse und deren Veränderungen der natürliche Bestand in den Meeren massiv geschädigt oder eingeschränkt wurde. Daher werden die meisten der verarbeiteten Kieselalgen aus spezifischen Anbauregionen gewonnen, wo sie natürlich enormen Qualitätskontrollen unterliegen. Daher ist sowohl der Gehalt als auch die Reinheit förmlich gewährleistet. Allerdings muss man deutlich sagen, dass es weitreichende Folgen haben könnte, wenn das natürliche biologische Gleichgewicht der ursprünglichen Ressourcen weiterhin so geschädigt wird wie in der Vergangenheit. Denn fällt eines Tages die natürliche Primärproduktionsquelle Kieselalge aus, wird das schwerwiegende Folgen für das gesamte Ökosystem der Welt haben. Vielleicht besitzt daher der wohlweislich Spruch des naturellen Einklangs doch eine besondere Stärke, denn „mit“ der Natur leben heißt auch „für“ die Natur leben! Und gerade an Nahrungsmitteln wie der Kieselalge wird sicherlich mehr als deutlich, welch wunderbare und wertvolle Geschenke sie für uns bereit hält.